Ambulante Rehabilitation

Was ist Ambulante Rehabilitation/Ambulante Therapie ?

Bei der Ambulanten Therapie (oder auch Rehabilitation genannt) handelt es sich um eine intensive Entwöhnungsbehandlung (von Alkohol, Drogen, Medikamenten, pathologischem Glücksspiel), die anstatt oder im Anschluss an eine stationäre Rehabilitation durchgeführt werden kann. Das Suchthilfezentrum Gießen ist dazu von der Deutschen Rentenversicherung Bund und Hessen, sowie den Spitzenverbänden der Krankenkassen anerkannt.

Die Ambulante Therapie ist der stationären Langzeittherapie versicherungsrechtlich gleich- gestellt. Sie findet in den unmittelbaren Lebenszusammenhängen der Suchtmittelabhängigen statt, d.h. die Personen bleiben während der Behandlung in ihren gewohnten sozialen Bezügen (Familie, Arbeitsplatz).

Im Regelfall besteht sie aus einer Kombination psychotherapeutischer Elemente, die bei Bedarf auch Angehörige oder andere Bezugspersonen einschließen können, sowie soziotherapeutischen Elementen. Hierbei wirken die MitarbeiterInnen unterstützend bei der Klärung aller Schwierigkeiten mit, die mit der Sucht in Zusammenhang stehen:

Klärung der Wohnsituation
Klärung finanzieller Schwierigkeiten
Vermittlung in Bildungs- oder Arbeitsprojekte
Vermittlung in Selbsthilfegruppen und Freizeitangebote
Unterstützung bei der Wiedererlangung der Fahrerlaubnis


Wer finanziert die Ambulante Therapie?

Die Kosten für die Maßnahme trägt i.d.R. Ihr Rentenversicherungsträger, Ihre Krankenkasse oder Ihr Sozialhilfeträger. Anbahnung und Kostenübernahmebeantragung geschehen aus der stationären Therapie oder hier in unserer Einrichtung mit Unterstützung der MitarbeiterInnen.

Für wen ist Ambulante Therapie das geeignete Angebot?

Die Ambulante Therapie ist für alle Menschen mit Suchtmittelabhängigkeit geeignet, die den festen Willen haben, dauerhaft abstinent zu leben und dabei intensive Unterstützung in Anspruch nehmen möchten. Ambulante Therapie kann statt einer stationären Maßnahme eingeleitet werden, wenn die soziale und/oder berufliche Einbindung nicht so stark durch die Abhängigkeit beeinträchtigt und belastet ist.

Wozu dient die Ambulante Therapie?

Die Ambulante Therapie soll einen Prozess der Selbstklärung und Selbstentwicklung fördern und fortführen; sie dient

als intensive Frühintervention zur Vermeidung einer langwierigen Suchtentwicklung
als Fortführung stationärer Therapie zur Begleitung und Stabilisierung im Wiedereingliederungsprozess


Sie bietet Raum für neue Erfahrungen,

um dauerhafte Abstinenz zu erreichen und zu festigen,
um negative Selbstbilder aufzulösen,
um Selbstvertrauen und Selbstbestimmung zurückzugewinnen,
um Verantwortung im Umgang mit Bedürfnissen, Gefühlen und Beziehungen zu übernehmen,
um zu lernen mit Enttäuschungen und Konflikten konstruktiv umzugehen,
um neue Lebensziele zu finden und passende Lebenspläne zu entwickeln,
um Genuss- und Entspannungsfähigkeit zu erlernen,
um Lebenskrisen ohne Verwendung von Suchtmitteln durchzustehen und so Rückfälle vermeiden zu lernen,
um Mut und Kraft für den beschwerlichen Weg sozialer und beruflicher Reintegration zu finden.


Voraussetzungen

Bereitschaft zu Alkohol- und/oder Drogenscreenings
die Bereitschaft abstinent zu leben sich ernsthaft und offen mit sich und Anderen auseinanderzusetzen regelmäßig an den Einzel- und Gruppenterminen teilzunehmen